Donnerstag, 10. Januar 2008
Newsletter 2008
Alle Jahre wieder beginnt mein neues Jahr mit einem mörderischen Kater und der Erkenntniss, dass der erste Löffel aus der Gänsesoße nicht als solche bezeichnet werden kann, da alle Arten von flüsssigem Fett keine gute Verbindung mit Resten von Bier aus Plauen und Schnaps aus Lauterbach in meinem Magen ergeben.
Dementsprechend lernte die schon sehr tote Gans Dienstag Mittag kurz nach eins erneut das Fliegen, was mich in meiner atheistischen Überzeugung sehr erschüttert hat, da ich an jegliche Formen der Wiedergeburt und Auferstehung bisher nicht geglaubt habe. Doch noch einem kurzen Kopfschütteln, welches in mir den Eindruck erweckte, dass wieder sämtliche Dachdecker des Mittleren Erzgebirges ihr Neujahrstreffen mit Schauvorführung in meinem Hirnstamm abhielten, verfluchte ich das grüne Gift aus Lauterbach, welches ja bekannterweise den Magen aufräumt. Je nach getrunkener Menge ändert sich eben die Richtung, und gehts in die Falsche, ich bezeichne es so, da Spei- und Brechvorgänge bei mir nicht zum Diätplan gehören, ist das Völlegefühl schneller weg, als wenn sich Gans, Fett und co. den richtigen, den analen Weg durch die Weiten der Dunkelheit bahnen.

Aber der Neujahrstag hat noch mehr, was sich im Stile von "Und täglich grüßt das Murmeltier" wiederholt, nämlich die Feststellung, dass Höflichkeit und Ehrlichkeit wie Tag und Nacht, wie Himmel und Hölle oder wie Arsch und Kopf sind, wobei das Letztere bei manchem keinen Unterschied macht.
Da bekomme ich Kurznachrichten von Leuten, die auf den Tod nicht leiden kann, welche mir doch tatsächlich Alles Gute wünschen. Das kurze Ehrlichkeitsgefühl mit Sachen wie "Ich wünsche Dir auch die Pest." keimt aber nur minimal auf, um dann wenigstens noch höflich "Wünsch ich Dir auch." zu erwidern. Als Kind durfte ich das ja noch, wie ich es am 24.12. bei meinem Neffen erlebt habe, der auf die Frage vom Weihnachtsmann, ob denn jemand in der Runde sei der sich übers Jahr nicht benommen hat, sofort mit dem Finger auf mich zeigte. Das war zwar nicht höflich, dafür aber ziemlich ehrlich, denke ich.
Mein persönliches Waterloo damit ist mir aber in der 9. oder 10. Klasse passiert, als ich Montag Morgen in der ersten Stunde mir die Frage, welche ich wirklich wissen und wollte und ich zu älteren Damen eh immer nett bin, außer sie stellen mir abends um acht im Supermarkt den Gang zu, bei meiner Chemielehrerin erlaubte, ob sie beim Friseur gewesen sei. Der Verlauf der folgenden Chemiestunden war so, was der Volksmund gerne als "mit der Katze fressen" bezeichnet. Eine höflich gemeinte Frage, die ehrlich formuliert wird, funktioniert einfach nicht.

Aber liebe männliche Leser, es gibt einen Fall wo diese beiden Eigenschaften zum fast gleichen Ergebniss führen.
Mir ist in meiner Laufbahn als Mann bisher noch keine Frau über den Weg gelaufen, welche mit sich und ihrem Körper zufrieden war. Sowas zählt für mich in die Rubrik 6er mit Superzahl und das Mittwoch und Samstag mit den gleichen Zahlen.
Solange sich die Frauen selber mit Fragen nach ihrem Gewicht herumärgern ist ja alles in bester Ordnung, aber irgendwann und das meistens dann wenn man es am wenigsten erwartet, kommt aus heiterem Himmel die Frage "Schatz findest Du das ich zugenommen habe?" Die Antwort darauf, egal ob höflich oder ehrlich, macht einen entweder zum Deppen oder zum Superdeppen, denn zu sagen das "Du dich überhaupt so gar nicht verändert hast" wird als Lüge empfunden und Sachen wie "ich habe mir schon überlegt die Federung in meinem Auto verstärken zu lassen", lässt den Haussegen schief und das beste Stück wochenlang hängen, außer man führt Gespräche unter zwei Händen.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesundes neues Jahr. Ehrlich!!!

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