Dienstag, 8. Januar 2008
Mit 66 Jahren da fängt das Leben an...
nucdenhemm, 17:54h
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich ältere Menschen doch erfreuen, wenn sie unter Ihresgleichen sind. Nein das ist definitiv nicht abwertend gemeint. Die über 50jährigen mögen mir die Ausdrucksweise verzeihen. Wie oft habe ich nach Besuchen meiner Großeltern von meinen eigenen Erzeugern und DNS-Spendern gehört: "O Gott bitte sag uns das, wenn wir genauso geworden sind". Leider ist das dann schon zu spät.
Nun gut unsere Senioren sind eben ein wenig schrullig aber macht Sie das zu schlechteren Menschen? Jeder der 5 Minuten seines Lebens entbehren kann sollte sich eine Ansammlung von Rentnern in Ruhe anschauen, z. B. vormittags in einem Wartezimmer beim Arzt. Ich bin durch meine kurzzeitige ungewollte Unterbrechung meines Arbeitslebens in diesen Genuß gekommen. Als ich zusammen mit meinem Großvater den Warteraum seines "Gottes in Weis" betreten hatte, wurde ich lauthals durch niesen, schniefen und husten jeglicher Art darauf hingewiesen, dass ich auch in diesem Jahr wieder keine Grippeschutzimpfung vorgenommen hatte. Nun, hier sollte sich beweisen, ob mein Immunsystem diese mit Viren und Bakterien aller Art verseuchte Luft allein bekämpfen konnte. Es sollte das Gegenteil eintreten. Das eigentlich wunderbare aber waren die dann folgenden Gespräche. Mein Großvater, seinerzeit Werkstattleiter einer LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft), kannte ca. die Hälfte der anwesenden Personen. Und anscheinend hatte er einen Mann, dessen Alter ich, bedingt auch durch seinen schlimmen Husten, jenseits der 80 einschätzte, sehr lange nicht gesehen. Und nun wurden sich gegenseitig die eigenen Krankheitsgeschichten aufs schauderhafteste dargelegt. Ich glaube dagegen waren die Gebrüder Grimm die reinsten Amateure. Am Anfang habe ich versucht den Gesprächen durch gezieltes weghören und lesen der Rentner-Bravo, auch Apothekenumschau genannt, geistig zu entgehen. Leider Gottes hatte der lange nicht gesehene Bekannte ein Hörgerät, dessen Funktionalität ich nach fünf Minuten in Frage stellte, weil er in einer Lautstärke von seinem erfolgreich behobenen Leistenbruch sprach, das ein startender Jumbojet mir wie das Summen einer Fliege vorkam. Ich habe vergeblich versucht einen Blick hinter sein Ohr zu werfen, ob nicht doch irgendwo an diesem Wunderwerk der Technik ein ON-Schalter zu finden wäre. Das Unternehmen war nicht von Erfolg gekrönt. Als er geendet hatte schaute ich kurz zu meinem Großvater, da ich, aufgrund seiner ungewohnten Ruhe, glaubte, dass er sich im Traumzauberland befand. Just in dem Moment packt er seine Akte aus, ganz nach dem Motte "mein Haus, mein Auto und meine Frau". Ich habe in meinem Leben nie geglaubt, das eine Geschichte über Arzt- und Krankenhausbesuche soviele Aaahs und Ooohs hervorrufen kann. Am Schweigen der anderen anwesenden Personen nach Beendigung seiner Erzählung vermutete ich ganz stark, dass ihn hier und heute keiner mehr überbieten konnte, was bei einer Entkrüppelung der Hand, einem operierten Prostataleiden und zwei überlebten Herzinfarkten mit anschließendem Einsetzen eines Schrittmachers auch verdammt schwer geworden wäre. Eine Stunde später und mit reichlich verseuchter Luft in meinen Lungenflügeln verließen wir gemeinsam zusammen mit einer Vielzahl neuer Rezepte den Olymp dieses Gottes. Eine Woche später saß ich am selbigen Ort, nur leider deswegen um alle mir an jenem Tag zugeflogenen Krankheiten wieder loszuwerden. Der Kommentar meines wie ein junger Gott durchs Leben ziehenden Großvaters aber hat mich wieder aufgebaut. "Dur rauchst zuviel, Du trinkst zuviel und Deine Ernährung würde sogar ein Schwein nicht überleben."
Ich habe mir vorgenommen den Rat zu befolgen, aber nur weil mich der Gedanke reizt auch einmal mit über achtzig in die "Hall of fame" der überlebten Krankheiten in die Unterlagen eines Allgemeinmediziners aufgenommen zu werden
Nun gut unsere Senioren sind eben ein wenig schrullig aber macht Sie das zu schlechteren Menschen? Jeder der 5 Minuten seines Lebens entbehren kann sollte sich eine Ansammlung von Rentnern in Ruhe anschauen, z. B. vormittags in einem Wartezimmer beim Arzt. Ich bin durch meine kurzzeitige ungewollte Unterbrechung meines Arbeitslebens in diesen Genuß gekommen. Als ich zusammen mit meinem Großvater den Warteraum seines "Gottes in Weis" betreten hatte, wurde ich lauthals durch niesen, schniefen und husten jeglicher Art darauf hingewiesen, dass ich auch in diesem Jahr wieder keine Grippeschutzimpfung vorgenommen hatte. Nun, hier sollte sich beweisen, ob mein Immunsystem diese mit Viren und Bakterien aller Art verseuchte Luft allein bekämpfen konnte. Es sollte das Gegenteil eintreten. Das eigentlich wunderbare aber waren die dann folgenden Gespräche. Mein Großvater, seinerzeit Werkstattleiter einer LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft), kannte ca. die Hälfte der anwesenden Personen. Und anscheinend hatte er einen Mann, dessen Alter ich, bedingt auch durch seinen schlimmen Husten, jenseits der 80 einschätzte, sehr lange nicht gesehen. Und nun wurden sich gegenseitig die eigenen Krankheitsgeschichten aufs schauderhafteste dargelegt. Ich glaube dagegen waren die Gebrüder Grimm die reinsten Amateure. Am Anfang habe ich versucht den Gesprächen durch gezieltes weghören und lesen der Rentner-Bravo, auch Apothekenumschau genannt, geistig zu entgehen. Leider Gottes hatte der lange nicht gesehene Bekannte ein Hörgerät, dessen Funktionalität ich nach fünf Minuten in Frage stellte, weil er in einer Lautstärke von seinem erfolgreich behobenen Leistenbruch sprach, das ein startender Jumbojet mir wie das Summen einer Fliege vorkam. Ich habe vergeblich versucht einen Blick hinter sein Ohr zu werfen, ob nicht doch irgendwo an diesem Wunderwerk der Technik ein ON-Schalter zu finden wäre. Das Unternehmen war nicht von Erfolg gekrönt. Als er geendet hatte schaute ich kurz zu meinem Großvater, da ich, aufgrund seiner ungewohnten Ruhe, glaubte, dass er sich im Traumzauberland befand. Just in dem Moment packt er seine Akte aus, ganz nach dem Motte "mein Haus, mein Auto und meine Frau". Ich habe in meinem Leben nie geglaubt, das eine Geschichte über Arzt- und Krankenhausbesuche soviele Aaahs und Ooohs hervorrufen kann. Am Schweigen der anderen anwesenden Personen nach Beendigung seiner Erzählung vermutete ich ganz stark, dass ihn hier und heute keiner mehr überbieten konnte, was bei einer Entkrüppelung der Hand, einem operierten Prostataleiden und zwei überlebten Herzinfarkten mit anschließendem Einsetzen eines Schrittmachers auch verdammt schwer geworden wäre. Eine Stunde später und mit reichlich verseuchter Luft in meinen Lungenflügeln verließen wir gemeinsam zusammen mit einer Vielzahl neuer Rezepte den Olymp dieses Gottes. Eine Woche später saß ich am selbigen Ort, nur leider deswegen um alle mir an jenem Tag zugeflogenen Krankheiten wieder loszuwerden. Der Kommentar meines wie ein junger Gott durchs Leben ziehenden Großvaters aber hat mich wieder aufgebaut. "Dur rauchst zuviel, Du trinkst zuviel und Deine Ernährung würde sogar ein Schwein nicht überleben."
Ich habe mir vorgenommen den Rat zu befolgen, aber nur weil mich der Gedanke reizt auch einmal mit über achtzig in die "Hall of fame" der überlebten Krankheiten in die Unterlagen eines Allgemeinmediziners aufgenommen zu werden
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